St. Ursula - Goldene Kammer


Die Goldene Kammer in St. Ursula ist ein kleiner, dicht ausgestatteter Raum, dessen Wände fast vollständig mit Reliquien und vergoldetem Schmuck bedeckt sind. Besonders auffällig sind die zahlreichen Reliquienbüsten, die in Regalen rings um den Raum stehen. Es handelt sich überwiegend um Darstellungen junger Frauen, daneben finden sich auch Männer und Bischöfe. Die ältesten Büsten stammen aus dem späten 13. Jahrhundert, weitere aus späteren Jahrhunderten. In ihrem Inneren oder im Brustbereich wurden Reliquien aufbewahrt. 

Über den Regalen sind die Wände mit kunstvoll angeordneten menschlichen Knochen bedeckt. Aus ihnen wurden Blumen, Ranken, Bordüren und Schriftzüge gebildet. An der Ostwand steht beispielsweise aus Knochen geformt „S. Ursula pro nobis ora“ – „Heilige Ursula, bitte für uns“. Das Gewölbe darüber ist als blauer Himmel mit goldenen Sternen gestaltet. Hinzu kommen vergoldete Ornamente und das sogenannte goldene Schleierwerk, das der Kammer ihren Namen gegeben hat. 

Die Reliquien werden traditionell mit der heiligen Ursula und ihren Gefährtinnen verbunden. Nach der mittelalterlichen Legende soll Ursula, eine britannische Königstochter, zusammen mit einer großen Schar von Jungfrauen in Köln den Märtyrertod erlitten haben. Deshalb zeigen viele der Büsten weibliche Heilige, die als Gefährtinnen Ursulas verstanden wurden. Die historische Zuordnung einzelner Gebeine zu bestimmten Personen lässt sich allerdings nicht nachweisen; sie beruht auf der jahrhundertealten kirchlichen Überlieferung. 

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