1. „Kreuzigung Petri“ von Peter Paul Rubens
Das bedeutendste historische Kunstwerk der Kirche ist die „Kreuzigung Petri“ von Peter Paul Rubens.
Rubens malte das monumentale Altarbild 1638, nur zwei Jahre vor seinem Tod. Das Gemälde zeigt das Martyrium des Apostels Petrus, der der Überlieferung nach kopfüber gekreuzigt wurde. Rubens hatte eine persönliche Beziehung zu St. Peter, da er einen Teil seiner Kindheit im Pfarrbezirk verbrachte. Das Bild gelangte 1642 in die Kirche und gehört seitdem zu ihrer Ausstattung. Die dramatischen Körperbewegungen und starken Hell-Dunkel-Kontraste sind typisch für die barocke Malerei. Über Jahrhunderte bildete das Werk einen zentralen Blickpunkt der Kirche. Nach einer umfangreichen Restaurierung wurde es 2022 wieder öffentlich präsentiert. Es verbindet die historische Pfarrkirche besonders deutlich mit dem heutigen Kunstort St. Peter.
2. Die Renaissancefenster
Zu den wertvollsten erhaltenen Ausstattungsstücken von St. Peter gehören die farbigen Renaissancefenster des 16. Jahrhunderts.
Sie zählen aufgrund ihrer künstlerischen Qualität zu den bedeutenden erhaltenen Glasmalereien dieser Zeit in Deutschland. In mehreren Fenstern finden sich figürliche und religiöse Darstellungen sowie Stifterfiguren. Besonders wichtig ist das Fenster über dem Altarraum mit Darstellungen aus der Passion Christi. Die historischen Scheiben überstanden die wechselvolle Geschichte der Kirche nicht vollständig und wurden mehrfach restauriert.
Während der großen Sanierung ab 1997 wurden sie ausgebaut und konserviert. Zwischen 2003 und 2005 kehrten die erhaltenen Renaissancegläser schrittweise in die Kirche zurück. Sie sind heute von einer hellen, zurückhaltenden Schutzverglasung umgeben. Dadurch treten sowohl die historischen Bilder als auch die besondere Lichtwirkung des modernen Kirchenraums hervor.
3. „Gurutz Aldare“ von Eduardo Chillida
Im nördlichen Seitenschiff steht die monumentale Granitskulptur „Gurutz Aldare“ des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida. Chillida zählt zu den bedeutenden europäischen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Der Entwurf des Werkes geht auf die 1960er Jahre zurück; für St. Peter wurde die Skulptur im Jahr 2000 ausgeführt. Sie besteht aus schwerem Granit, der durch Einschnitte und Zwischenräume gegliedert wird.
Aus dem massiven Stein entwickeln sich mehrere Formen, die an Kreuze erinnern. Zwischen den Steinblöcken werden Licht, Leere und Raum selbst zu Bestandteilen des Kunstwerks.
Von 2000 bis 2004 wurde „Gurutz Aldare“ sogar als Altar der Gemeinde verwendet. Anschließend wurde das Werk in das Seitenschiff versetzt und erhielt eine neue liturgische Funktion als „Tisch des Wortes“. Es gehört heute zu den wichtigsten dauerhaft vorhandenen Werken der Kunst-Station St. Peter.
4. Der romanische Kirchturm und „Don’t Worry“
Der romanische Westturm ist der älteste weithin sichtbare Teil der heutigen Kirche. Er stammt noch aus dem mittelalterlichen Vorgängerbau und unterscheidet sich deutlich vom spätgotischen Kirchenschiff. Heute trägt der historische Turm gleichzeitig ein Werk zeitgenössischer Kunst. Der britische Künstler Martin Creed schuf dort die Lichtinstallation „DON’T WORRY“. Auf einer Turmseite erscheint dieser Satz in englischer Sprache. Auf den anderen Seiten steht die Aussage auf Deutsch, Latein und Griechisch. Die deutsche Fassung lautet schlicht „SORGE DICH NICHT“. Die Arbeit nimmt Bezug auf den biblischen Gedanken der Bergpredigt und verbindet ihn mit moderner Alltagssprache. Damit ist schon von außen sichtbar, wie St. Peter historische Kirchenarchitektur und Gegenwartskunst miteinander verbindet.
5. Die gotische Madonna mit Kind
Eine der ältesten erhaltenen Skulpturen der Kirche ist die gotische Madonna mit Kind. Sie entstand zu Beginn des 15. Jahrhunderts und gehört damit noch in die Zeit vor dem Bau der heutigen spätgotischen Kirche. Die Figur wurde aus Nussbaumholz gearbeitet.
Maria ist zusammen mit dem Jesuskind dargestellt und folgt der Tradition niederrheinischer Madonnenfiguren. Die heutige farbliche Fassung stammt im Wesentlichen aus einer Restaurierung von 1844. Das Werk zeigt, wie mittelalterliche Kunst trotz Zerstörungen und späterer Veränderungen in St. Peter erhalten blieb. Im Gegensatz zum sehr reduzierten heutigen Kirchenraum besitzt die Figur eine deutlich traditionelle religiöse Bildsprache. Dadurch entsteht ein bewusster Gegensatz zu den modernen Kunstwerken der Kunst-Station.
Die Madonna gehört zu den bedeutenden historischen Skulpturen der Kirche.
6. Die gotische Pietà
Eine zweite bedeutende mittelalterliche Skulptur ist die Pietà von St. Peter. Sie entstand vermutlich ebenfalls im 15. Jahrhundert und ist eine niederrheinische Arbeit.
Dargestellt ist Maria mit dem vom Kreuz abgenommenen toten Christus auf ihrem Schoß.
Anders als die Madonna besteht die Pietà nicht aus Holz, sondern aus gepresstem Marmorstaub. Ihre Geschichte ist eng mit den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verbunden. Vor den Luftangriffen wurde die Skulptur zum Schutz in den sogenannten Dombunker gebracht.
Nach dem Krieg galt sie lange Zeit als verschollen, da sie zunächst nicht nach St. Peter zurückkehrte.
Später konnte sie wieder der Kirche zugeordnet und zurückgeführt werden. Heute gehört sie zusammen mit der Madonna zu den wichtigsten erhaltenen mittelalterlichen Bildwerken von St. Peter.
7. Der moderne Altar
Der heutige Hauptaltar ist ein bewusst schlichtes modernes Element im Zentrum des Kirchenraums.
Er entstand, nachdem Chillidas „Gurutz Aldare“ 2004 aus dem Mittelschiff in das Seitenschiff versetzt worden war. Entworfen wurde der neue Altartisch vom Architekten Ulrich Wiegmann.
Er besteht lediglich aus zwei Seitenwangen und einer waagerechten Altarplatte. Verwendet wurde derselbe Beton wie für den Boden der Kirche. Dadurch wirkt der Altar fast wie ein Bestandteil der Architektur und nicht wie ein zusätzliches Möbelstück. Seine reduzierte Gestaltung entspricht dem Konzept des weitgehend leeren Kirchenraums der Kunst-Station. Von hier aus fällt der Blick unmittelbar auf die historischen Renaissancefenster im Chor.
Der Altar zeigt damit besonders gut das Zusammenspiel von Liturgie, historischer Architektur und moderner Gestaltung.
8. Die Orgeln
Eine Besonderheit von St. Peter sind die beiden modernen Orgeln, die seit Beginn der 2000er Jahre aufgebaut wurden. Sie stehen in engem Zusammenhang mit der Funktion der Kirche als Zentrum für zeitgenössische Musik. Die Instrumente sind nicht als Nachahmung einer historischen Barock- oder romantischen Orgel konzipiert. Stattdessen besitzen sie außergewöhnliche Register und zahlreiche Möglichkeiten für experimentelle Klänge. Neben traditionellen Pfeifenregistern gehören auch ungewöhnliche Klangfarben und Schlaginstrumente zum Konzept. Die Orgelanlage wurde wesentlich durch den Organisten und Orgelvisionär Peter Bares geprägt. Sie ermöglicht sowohl klassische Orgelmusik als auch Werke der musikalischen Avantgarde. Regelmäßig finden in St. Peter deshalb international beachtete Orgelkonzerte statt. Die Orgeln machen deutlich, dass sich die Kunst-Station nicht nur der bildenden Kunst, sondern ebenso der Gegenwartsmusik widmet.
9. Das historische Glockenensemble
Im Turm befindet sich ein außergewöhnlich bedeutendes Ensemble von sieben Glocken.
Es gehört zusammen mit den Geläuten des Kölner Doms und von St. Aposteln zu den historisch wichtigsten Glockenbeständen Kölns.
Besonders wertvoll ist die große Petrusglocke von 1393. Sie gilt als die älteste datierte erhaltene Glocke der Stadt Köln. Gegossen wurde sie von Johann Duisterwalt und sie wiegt mehr als 700 Kilogramm.
Auf der Glocke befindet sich sogar eine Inschrift in alter kölscher Sprache.
Die historischen Glocken wurden im Laufe der Zeit durch jüngere Glocken ergänzt.
Heute werden sechs der sieben Glocken regelmäßig zum Gottesdienst geläutet.
Damit gehört auch der Klang des Geläuts zu den dauerhaft prägenden historischen Merkmalen von St. Peter.
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