Die Kirche St. Peter in der Kölner Innenstadt blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. An ihrem Standort gab es vermutlich bereits in spätrömischer Zeit einen christlichen Sakralbau. Sicher nachweisbar ist eine romanische Kirche aus dem 10. Jahrhundert; der bis heute erhaltene Westturm stammt aus der Zeit um 1170. St. Peter bildete zusammen mit der unmittelbar benachbarten Stiftskirche St. Cäcilien eine besondere Doppelkirchenanlage: Während St. Cäcilien dem Damenstift diente, war St. Peter die Pfarrkirche für die Bevölkerung des umliegenden Viertels.
Zwischen 1513 und 1525 wurde die romanische Kirche weitgehend durch den heutigen spätgotischen Bau ersetzt. St. Peter gilt damit als eine der jüngsten gotischen Kirchen Kölns. Über Jahrhunderte war sie Mittelpunkt einer lebendigen innerstädtischen Pfarrei: Hier wurden Kinder getauft, Ehen geschlossen, Gottesdienste gefeiert und Mitglieder der Gemeinde bestattet. Auch die Familie des Malers Peter Paul Rubens gehörte während ihrer Kölner Jahre zum Pfarrbezirk. Rubens verbrachte einen Teil seiner Kindheit in der nahe gelegenen Sternengasse; sein Vater wurde in St. Peter bestattet. Für die Kirche entstand 1638 Rubens’ monumentale „Kreuzigung Petri“, die bis heute zu ihren bedeutendsten Kunstwerken gehört.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde St. Peter beim Luftangriff vom 29. Juni 1943 schwer zerstört. Auch das historische Pfarrviertel um die Kirche ging fast vollständig unter. Ab 1950 wurde die Kirche wiederaufgebaut. 1960 übernahmen Jesuiten die Seelsorge an St. Peter. Trotz des tiefgreifenden Wandels der Kölner Innenstadt blieb St. Peter eine katholische Pfarrkirche und ist dies bis heute.
Eine neue Phase begann 1987, als der Jesuit Friedhelm Mennekes die Kunst-Station Sankt Peter initiierte. Zeitgenössische Kunst sollte hier nicht lediglich in einer Kirche ausgestellt werden, sondern in einen unmittelbaren Dialog mit dem Kirchenraum, der Liturgie und religiösen Fragen treten. Seitdem haben zahlreiche international bedeutende Künstlerinnen und Künstler für St. Peter Arbeiten und Rauminterventionen geschaffen. Nach einer grundlegenden Sanierung von 1997 bis 2000 wurde der Kirchenraum bewusst reduziert und weitgehend von festem Gestühl und historischer Ausstattung freigehalten.
Heute ist St. Peter deshalb beides zugleich: Pfarrkirche und Kunst-Station. Gottesdienste und Gemeindeleben bestehen weiter, während der spätgotische Raum zugleich als international beachteter Ort für zeitgenössische Kunst und Neue Musik genutzt wird. Die Kunst-Station ist also keine nachträgliche Umnutzung einer aufgegebenen Kirche, sondern ein besonderes Profil einer weiterhin lebendigen katholischen Gemeinde.

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