St. Peter in der Kölner Innenstadt ist eine spätgotische, dreischiffige Emporenbasilika, deren heutiges Erscheinungsbild wesentlich aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt. Der Kirchenbau wurde zwischen 1513 und 1525 errichtet und bezieht ältere Bauteile ein. Besonders deutlich ist dies am romanischen Westturm, der noch auf den Vorgängerbau des 12. Jahrhunderts zurückgeht. Damit verbindet die Kirche romanische und spätgotische Architektur in einem Baukörper.
Von außen erscheint St. Peter vergleichsweise zurückhaltend. Die Kirche liegt dicht eingebunden in die innerstädtische Bebauung und unmittelbar neben der romanischen Kirche St. Cäcilien. Beide Kirchen bilden die letzte erhaltene mittelalterliche Doppelkirchenanlage Kölns. Der massive Westturm setzt dabei einen deutlichen Akzent gegenüber dem langgestreckten spätgotischen Kirchenbau.
Der Innenraum wird durch das breite Mittelschiff und die beiden Seitenschiffe bestimmt. Hohe Spitzbogenöffnungen, Pfeiler und die spätgotische Gliederung erzeugen einen klar gerichteten, zugleich offenen Raum. Charakteristisch sind außerdem die Emporen über den Seitenschiffen. Durch die zahlreichen hohen Fenster erhält der Kirchenraum viel natürliches Licht; je nach Tageszeit entstehen ausgeprägte Licht- und Schattenwirkungen auf Wänden, Pfeilern und Boden. Gerade diese Lichtverhältnisse spielen heute bei vielen künstlerischen Interventionen eine wichtige Rolle.
Eine entscheidende Veränderung erfuhr der Raum nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und besonders durch die Neugestaltung um das Jahr 2000. Die Architekten Wiegmann & Trübenbach entwickelten einen bewusst reduzierten Innenraum. Historische Ausstattungsstücke und festes Gestühl wurden weitgehend zurückgenommen. Der Kirchenraum wirkt deshalb heute ungewöhnlich leer und weit. Die Kunst-Station selbst beschreibt ihn als einen weitgehend von Bildwerk und Gestühl befreiten Raum.
Der Boden und der moderne Altar aus Beton verstärken diese schlichte Gestaltung. Der Altar wurde von Ulrich Wiegmann entworfen und aus demselben Beton wie der Kirchenboden gegossen. Die reduzierte Materialität tritt bewusst hinter die Proportionen und die historische Raumstruktur zurück. Gleichzeitig entsteht ein deutlicher Gegensatz zwischen mittelalterlicher Architektur und moderner Gestaltung.
Diese architektonische Reduktion ist für die heutige Kunst-Station St. Peter wesentlich. Der Kirchenraum ist nicht als klassischer Museums- oder Galerieraum gestaltet. Vielmehr bleibt die historische Architektur selbst Bestandteil jeder Ausstellung. Zeitgenössische Werke reagieren auf Höhe und Weite des Raumes, auf Fenster, Licht, Pfeiler, Emporen und auf seine sakrale Funktion. Die vergleichsweise große Leere ermöglicht dabei auch raumgreifende Installationen.
Eine besondere Spannung entsteht durch die wenigen dauerhaft präsenten Kunstwerke und historischen Objekte. Dazu gehören etwa Peter Paul Rubens’ „Kreuzigung Petri“, gotische Marienskulpturen sowie Werke der Gegenwart. Auch der romanische Turm ist in die zeitgenössische Kunst einbezogen: An ihm befindet sich die Lichtinstallation „DON’T WORRY“ von Martin Creed, deren Schriftzüge nach außen in den Stadtraum wirken.
Architektonisch ist St. Peter deshalb heute von einem bewussten Nebeneinander unterschiedlicher Zeitschichten geprägt: romanischer Turm, spätgotischer Kirchenraum, Spuren des Wiederaufbaus und eine konsequent zeitgenössische Innenraumgestaltung. Gerade die Reduktion des Innenraums macht die ursprünglichen Proportionen der spätgotischen Architektur besonders deutlich und schafft zugleich die räumliche Voraussetzung für die wechselnden Arbeiten der Kunst-Station.

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