St. Pantaleon - Sehenswürdigkeiten


1. Das ottonische Westwerk

Das Westwerk von St. Pantaleon entstand überwiegend im späten 10. Jahrhundert.
Es gehört zu den bedeutendsten Beispielen ottonischer Baukunst in Deutschland.
Auffällig sind der mächtige Mittelbau und die beiden seitlichen Türme.
Der Westbau diente nicht nur als Eingang, sondern auch repräsentativen Zwecken.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde er mehrfach verändert und umgebaut.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde er restauriert.
Heute ist seine ursprüngliche Architektur wieder gut erkennbar.
Besonders sehenswert ist die Decke mit dem „Himmlischen Jerusalem“ von 1966.
Das Westwerk prägt bis heute das äußere Erscheinungsbild der Kirche.

2. Das Grab der Kaiserin Theophanu

Kaiserin Theophanu wurde nach ihrem Tod im Jahr 991 in St. Pantaleon beigesetzt.
Sie war die Ehefrau Kaiser Ottos II. und stammte aus dem Byzantinischen Reich.
Nach dem Tod ihres Mannes führte sie zeitweise die Regierung für ihren Sohn Otto III.
Mit dem Kloster St. Pantaleon war sie eng verbunden und unterstützte es großzügig.
Deshalb bestimmte sie die Kirche auch zu ihrer Begräbnisstätte.
Der heute sichtbare Sarkophag stammt aus dem Jahr 1965.
Er wurde aus hellem Marmor gefertigt und steht im Westwerk der Kirche.
Das Grab erinnert an die engen Beziehungen zwischen Köln und dem Kaiserhaus.
Es ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von St. Pantaleon.

3. Der spätgotische Lettner

Der Lettner von St. Pantaleon entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts.
Er trennte ursprünglich den Chorbereich der Geistlichen vom übrigen Kirchenraum.
Damit hatte er sowohl eine liturgische als auch eine architektonische Funktion.
Seine Gestaltung zeigt typische Formen der Spätgotik.
Im 17. Jahrhundert wurde der Lettner an die Westseite der Kirche versetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb er weitgehend erhalten.
Nach dem Krieg brachte man ihn wieder an seinen ursprünglichen Platz vor dem Chor.
Heute gliedert er den Innenraum deutlich und wirkt wie ein steinernes Tor.
Er gehört zu den wichtigsten historischen Ausstattungsstücken der Kirche.

4. Das Lapidarium

Das Lapidarium befindet sich auf der Empore des Westwerks.
Dort werden historische Steinfragmente aus verschiedenen Bauphasen der Kirche gezeigt.
Viele Stücke wurden bei archäologischen Untersuchungen entdeckt.
Zu sehen sind unter anderem Teile alter Säulen und verzierte Steinfragmente.
Einige Fundstücke stammen bereits aus dem 10. Jahrhundert.
Sie zeigen, wie aufwendig die Kirche schon in ottonischer Zeit gestaltet war.
Das Lapidarium macht die lange Baugeschichte von St. Pantaleon sichtbar.
Besonders interessant sind die Spuren älterer Bauteile, die heute nicht mehr erhalten sind.
Die Sammlung ergänzt damit den Eindruck des heutigen Kirchenraums.

5. Die römischen Spuren unter der Kirche

Unter St. Pantaleon befinden sich Reste einer römischen Bebauung.
Bereits in der Antike stand auf diesem Gelände eine große römische Villa.
Teile ihrer Mauern wurden bei archäologischen Ausgrabungen gefunden.
Diese Funde zeigen, dass der Ort lange vor dem Kirchenbau genutzt wurde.
Später entwickelte sich hier vermutlich eine frühchristliche Kultstätte.
Auf diesem Gelände entstand schließlich die mittelalterliche Kirche.
Die römischen Überreste machen die außergewöhnlich lange Geschichte des Ortes deutlich.
Sie verbinden die Antike unmittelbar mit der christlichen Geschichte Kölns.
Damit gehören sie zu den ältesten historischen Spuren in St. Pantaleon.

6. Der Kreuzgang

An die Kirche schloss sich früher das Benediktinerkloster St. Pantaleon an.
Von dieser Klosteranlage sind noch Teile des historischen Kreuzgangs erhalten.
Der Kreuzgang verband verschiedene Bereiche des Klosters miteinander.
Er diente den Mönchen als geschützter Weg und als Ort der Ruhe.
Typisch sind die Arkaden, die sich zum ehemaligen Innenhof öffnen.
Die Anlage vermittelt noch heute einen Eindruck vom klösterlichen Alltag.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden Teile des Kreuzgangs verändert oder zerstört.
Die erhaltenen Abschnitte erinnern an die jahrhundertelange Nutzung als Benediktinerabtei.
Sie bilden einen ruhigen Kontrast zum monumentalen Kirchenraum.

7. Die bemalte Holzdecke

Das Mittelschiff von St. Pantaleon besitzt heute eine auffällige bemalte Holzdecke.
Sie entstand im Zuge der Wiederherstellung nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.
Die heutige Ausmalung wurde 1993 fertiggestellt.
Ihr Hauptmotiv ist die sogenannte „Wurzel Jesse“.
Dieses mittelalterliche Bildthema zeigt den Stammbaum Christi.
Die Figuren und Ornamente erstrecken sich über einen großen Teil der Decke.
Dadurch erhält das ansonsten eher schlichte romanische Langhaus einen starken Farbakzent.
Die Decke verbindet moderne Gestaltung mit einem traditionellen christlichen Motiv.
Sie gehört heute zu den auffälligsten Elementen im Innenraum.


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