Die gotische Sitzmadonna
Eine der bedeutendsten Kunstfiguren der Kirche ist die Sitzmadonna aus der Zeit um 1320. Sie stammt damit aus der Epoche der Gotik. Maria wird sitzend mit dem Jesuskind dargestellt. Solche Madonnenfiguren waren im Mittelalter ein wichtiger Bestandteil der Kirchenausstattung. Die Figur gehört zu den ältesten erhaltenen Kunstwerken von St. Johann Baptist. Sie zeigt, dass die Kirche bereits im Mittelalter reich ausgestattet war. Besonders interessant sind die Haltung der Figuren und die Gestaltung der Gewänder. Die Sitzmadonna hat mehrere Umbauten und Veränderungen der Kirche überstanden. Auch die schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überlebte sie.
Das Taufbecken von 1566
Das historische Taufbecken aus Messing wurde im Jahr 1566 gefertigt. Es stammt somit aus der Zeit der Renaissance. Das Taufbecken gehört zu den wichtigsten erhaltenen Ausstattungsstücken der Kirche. Messing war ein wertvolles und dauerhaftes Material für kirchliche Gegenstände. Das Becken wurde für die Taufe neuer Gemeindemitglieder verwendet. Damit war es über Jahrhunderte Teil des religiösen Lebens der Pfarrgemeinde. Sein hohes Alter macht es heute auch kunst- und kulturgeschichtlich interessant. Es steht zugleich für die lange Geschichte von St. Johann Baptist als Pfarrkirche. Der Gegensatz zwischen dem historischen Taufbecken und dem modernen Kirchenraum fällt besonders auf.
Die beiden bronzenen Adlerpulte
In der Kirche befinden sich zwei historische Adlerpulte aus Bronze. Sie wurden in den Jahren 1619 und 1723 geschaffen. Die Pulte stammen damit aus der barocken Ausstattungsphase der Kirche. Der Adler dient als Träger für das Buch, aus dem während des Gottesdienstes gelesen wird. Diese Form eines Lesepults findet man in verschiedenen historischen Kirchen. Die kunstvoll gearbeiteten Bronzeobjekte zeigen den früheren Reichtum der Kirchenausstattung. Die beiden Stücke entstanden mit mehr als hundert Jahren Abstand. Dadurch lassen sich auch unterschiedliche Phasen der Ausstattung erkennen. Sie bilden heute einen deutlichen Kontrast zur schlichten modernen Gestaltung des Kirchenraums.
Die moderne Farbverglasung
Die Fenster der Kirche besitzen eine moderne ornamentale Farbverglasung. Sie wurde 1963 von Willi Strauss geschaffen. Die Fenster entstanden im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Statt mittelalterliche Glasfenster nachzuahmen, entschied man sich für eine moderne Gestaltung. Die Verglasung besteht vor allem aus farbigen und ornamentalen Formen. Durch das einfallende Tageslicht verändert sich die Wirkung des Kirchenraums. Die Fenster passen damit zum Konzept des Architekten Karl Band. Er wollte historische Bauteile nicht einfach kopieren, sondern mit zeitgenössischen Elementen ergänzen. Die Verglasung ist deshalb ein gutes Beispiel für sakrale Kunst der Nachkriegszeit. Sie trägt wesentlich zur besonderen Atmosphäre des Innenraums bei.
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