Der Heribert-Schrein entstand um 1170/1175 und zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Werken der spätromanischen Goldschmiedekunst an Rhein und Maas. Er ist in der Form eines kleinen Hauses beziehungsweise einer Kirche gestaltet und reich mit vergoldetem Metall, Emailplatten, Bergkristallen und Halbedelsteinen geschmückt. Besonders wertvoll sind die zahlreichen originalen Emailarbeiten des 12. Jahrhunderts.
An der Stirnseite erscheint die Madonna mit zwei Engeln, an der Rückseite sitzt der heilige Heribert auf seinem Bischofsthron, begleitet von Personifikationen der Nächstenliebe und der Demut. Die Längsseiten zeigen die Apostel sowie in Email ausgeführte Propheten und Könige. Auf den Dachflächen erzählen insgesamt zwölf große Emailmedaillons Szenen aus dem Leben und den Wundertaten Heriberts. Das gesamte Bildprogramm versteht den Schrein zugleich als Sinnbild des himmlischen Jerusalem.
Im Inneren befinden sich die Gebeine des heiligen Heribert, die 1147 erhoben und später in diesen Schrein übertragen wurden. Seit 1896 befindet sich der Schrein in Neu St. Heribert.
Der Schrein steht zentral im östlichen Bereich des Kirchenraums, hinter dem Altar in der Vierung vor dem Chor. Er ist also nicht in einer Seitenkapelle oder Schatzkammer untergebracht, sondern bildet einen der wichtigsten Blickpunkte des Hauptraums.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen