Evergislusschrein


Der Schrein des heiligen Evergislus gehört zu den historischen Ausstattungsstücken der Kirche St. Peter in Köln und wird in der sogenannten Gitter- oder Sakramentskapelle aufbewahrt. Es handelt sich um einen Reliquienschrein, also einen besonders ausgezeichneten Behälter zur Aufnahme und Verehrung von Gebeinen eines Heiligen. In ihm befinden sich Reliquien des heiligen Evergislus, der im 6. Jahrhundert Bischof von Köln war und 594 in Tongern starb. Seine Gebeine wurden im Jahr 955 nach Köln überführt und befanden sich über viele Jahrhunderte in der unmittelbar benachbarten Kirche St. Cäcilien. Nach der Aufhebung des dortigen Stifts gelangte der Reliquienschatz 1802 nach St. Peter. Der Schrein ist als geschlossenes, längliches Behältnis gearbeitet und hebt die darin verwahrten Gebeine als kostbaren sakralen Besitz hervor. Seine Wirkung entsteht gerade durch den Gegensatz zwischen dem körperlich vorhandenen, geschützten Reliquienbehälter und dem heute weitgehend leeren Kirchenraum von St. Peter. Der Schrein wurde in jüngerer Zeit geöffnet und restauratorisch sowie wissenschaftlich untersucht. Als Träger einer mehr als tausendjährigen Verehrungsgeschichte verbindet er die heutige Kunst-Station unmittelbar mit der mittelalterlichen Sakralkultur Kölns.

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