St. Maria in der Kupfergasse


Die Schwarze Muttergottes

St. Maria in der Kupfergasse ist einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Deutschlands. Mittelpunkt der Wallfahrt ist die Schwarze Muttergottes, die seit 1675 in Köln verehrt wird. Die aus dunklem Holz gefertigte Marienfigur zeigt Maria mit dem Jesuskind und trägt den Ehrentitel „Mutter der Barmherzigkeit“.

Das Gnadenbild befindet sich nicht im eigentlichen Kirchenraum, sondern in der Gnadenkapelle am Eingangsbereich der Kirche. Hier kommen täglich zahlreiche Gläubige zusammen, entzünden Kerzen und vertrauen der Gottesmutter ihre Sorgen, Hoffnungen und Gebete an. Die Gnadenkapelle ist der eigentliche Wallfahrtsort und auch außerhalb der Gottesdienstzeiten zugänglich.

Die Gnadenkapelle

Die Gnadenkapelle ist als Loretokapelle gestaltet und erinnert an das Heilige Haus von Loreto in Italien. Sie bildet einen eigenständigen Andachtsraum, der ganz auf die Verehrung der Schwarzen Muttergottes ausgerichtet ist.

Vor dem Gnadenbild befindet sich der große Kerzenstand, an dem Pilger ihre Opferkerzen entzünden. Dieser Bereich vermittelt eine besondere Atmosphäre der Stille und des Gebets und ist für viele Besucher der eigentliche geistliche Mittelpunkt der Kirche.

Der barocke Hochaltar

Hinter der Gnadenkapelle öffnet sich der eigentliche Kirchenraum. Sein beherrschendes Kunstwerk ist der monumentale barocke Hochaltar, der zu den eindrucksvollsten Altären Kölns zählt.

Der prachtvolle Altar mit seinen mächtigen Säulen, reichen Schnitzereien und vergoldeten Verzierungen entstand ursprünglich für das Benediktinerkloster zu den Heiligen Makkabäern. Er wurde später nach St. Maria in der Kupfergasse übertragen und beherrscht bis heute den Chor der Kirche. Obwohl die Wallfahrt der Schwarzen Muttergottes gilt, ist der Hochaltar ein herausragendes Zeugnis der barocken Sakralkunst und prägt den Kirchenraum in besonderer Weise.

Geschichte

Die Wallfahrt begann im Jahr 1675, als Karmelitinnen, die während des Dreißigjährigen Krieges aus den Niederlanden nach Köln geflohen waren, in der Kupfergasse eine Loretokapelle errichteten und dort die Schwarze Muttergottes aufstellten. Schon bald entwickelte sich der Ort zu einem vielbesuchten Wallfahrtsziel.

Zwischen 1705 und 1715 entstand die heutige Barockkirche um die bereits bestehende Gnadenkapelle. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche schwer beschädigt. Das Gnadenbild konnte jedoch gerettet werden und kehrte nach dem Wiederaufbau an seinen angestammten Platz zurück.

Architektur

St. Maria in der Kupfergasse gehört zu den bedeutendsten Barockkirchen Kölns. Charakteristisch ist die klare Trennung zwischen der Gnadenkapelle, die der persönlichen Marienverehrung dient, und dem dahinterliegenden Kirchenraum mit seinem prachtvollen Hochaltar. Diese ungewöhnliche Anordnung verbindet den stillen Wallfahrtsort mit einem der eindrucksvollsten barocken Kirchenräume der Stadt.

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