Gabelkreuz
Das Gabelkreuz entstand um 1300 und gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kruzifixen Deutschlands. Es zeigt den gekreuzigten Christus an einem gabelartig verzweigten Kreuzstamm und stellt sein Leiden besonders eindrucksvoll dar. Das Kreuz befindet sich im Bereich der Vierung vor dem Hochchor und markiert den Übergang vom Langhaus zum Chor. Es gilt als ein herausragendes Beispiel der frühen gotischen Christusdarstellung und ist eines der wichtigsten Kunstwerke von St. Maria im Kapitol.
Grabplatte der Plektrudis
Vor dem Hochchor befindet sich die Grabplatte der Plektrudis, der Gründerin des Frauenstifts St. Maria im Kapitol. Plektrudis, die Gemahlin Pippins des Mittleren, ließ zu Beginn des 8. Jahrhunderts an dieser Stelle eine Kirche errichten und legte damit den Grundstein für die Geschichte von St. Maria im Kapitol. Die Grabplatte erinnert an eine der bedeutendsten Frauengestalten der frühen Kölner Stadtgeschichte und an die Anfänge der Kirche als geistliches Zentrum der Stadt.
Lettner
Der Lettner befindet sich zwischen Langhaus und Vierung, also unmittelbar vor dem Dreikonchenchor. Er wurde zwischen 1517 und 1525 in Mecheln geschaffen und gilt als das früheste Renaissance-Kunstwerk Kölns. Der monumentale Lettner besteht aus schwarzem Marmor und hellem Kalkstein und trennt den Bereich des Chores vom Langhaus. Ursprünglich diente seine Empore den Lesungen und dem Chorgesang; heute trägt sie die Klais-Orgel. Mit seinen Reliefs, Säulen und Wappen der Kölner Patrizierfamilien zählt er zu den eindrucksvollsten Renaissancewerken der Stadt.
Madonna mit den Äpfeln
Die Madonna mit den Äpfeln befindet sich im Hochchor von St. Maria im Kapitol und zählt zu den bedeutendsten Marienfiguren der Kirche. Die romanische Skulptur stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist eng mit der Legende des heiligen Hermann Josef verbunden. Der Überlieferung nach schenkte der junge Ordensmann der Gottesmutter einen Apfel, worauf diese zum Leben erwachte und das Geschenk entgegennahm. Bis heute legen Besucher als Zeichen ihrer Verehrung frische Äpfel vor die Marienfigur nieder – ein Brauch, der seit Jahrhunderten gepflegt wird.
Mittelalterliche Glasfenster
Die mittelalterlichen Glasfenster von St. Maria im Kapitol gehören zu den kostbarsten Ausstattungsstücken der Kirche. Sie entstanden überwiegend im 13. und 14. Jahrhundert und zeigen biblische Szenen, Heilige sowie ornamentale Darstellungen in leuchtenden Farben. Trotz der schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg konnten zahlreiche Originalscheiben gerettet und restauriert werden. Heute schmücken sie wieder den Chor und die Seitenkapellen und vermitteln einen eindrucksvollen Eindruck mittelalterlicher Glaskunst.
Thronende Madonna oder Glasaugenmadonna.
Sie befindet sich an der Westwand des nördlichen Seitenschiffs und entstand zwischen 1150 und 1250. Maria sitzt als Himmelskönigin auf einem Thron und hält das segnende Jesuskind auf ihrem Schoß. In ihrer rechten Hand trägt sie einen Apfel als Zeichen der Erlösung, während ihre Füße auf einem Löwen ruhen. Ursprünglich war die Skulptur hoch außen an der Ostseite der Kirche angebracht und wurde deshalb für die Fernwirkung geschaffen. Ihren Beinamen „Glasaugenmadonna“ erhielt sie, weil die Augen ursprünglich mit Glas eingelegt waren – beim Jesuskind sind diese Glasaugen noch erhalten. Die Figur zählt zu den bedeutendsten romanischen Marienplastiken Kölns.
Romanischen Holztüren
Die romanischen Holztüren von St. Maria im Kapitol entstanden um 1060 und zählen zu den bedeutendsten Kunstwerken der europäischen Romanik. Sie sind die ältesten vollständig erhaltenen romanischen Bildertüren Europas. Auf ihren geschnitzten Holzreliefs werden in zahlreichen Bildfeldern Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt – von der Verkündigung und Geburt bis zu Kreuzigung und Auferstehung. Die Türen befanden sich ursprünglich am Nordportal der Kirche und werden heute aus konservatorischen Gründen im rechten (nördlichen) Seitenschiff aufbewahrt. Sie beeindrucken durch ihre außergewöhnliche handwerkliche Qualität und ihre eindrucksvolle Bildsprache.
Walknochen („Zint Märjens Repp“)
Zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten von St. Maria im Kapitol gehören die sogenannten Walknochen, im Volksmund „Zint Märjens Repp“ (St. Mariens Rippen) genannt. Die mächtigen Knochen stammen von einem Grönlandwal und wurden im Mittelalter irrtümlich für die Rippen eines Riesen oder eines biblischen Tieres gehalten. Sie hängen heute im nördlichen Seitenschiff der Kirche und erinnern an die enge Verbindung von Glaube, Legende und Naturverständnis des Mittelalters. Tatsächlich handelt es sich um fossile Knochen eines Wals, der vor Jahrtausenden im Rheinland lebte oder dessen Überreste hierher gelangten. Bis heute zählen die Walknochen zu den kuriosesten und zugleich bekanntesten Besonderheiten der Kirche.
Hardenrath-Kapelle
Die Hardenrath-Kapelle befindet sich rechts des Hochchores, zwischen der Ost- und der Südkonche. Sie wurde 1466 als private Stiftung des Kölner Ratsherrn und späteren Bürgermeisters Johann Hardenrath und seiner Frau Sibilla Slossgin errichtet. Die Kapelle war ursprünglich als Salvatorkapelle geweiht und besaß über Jahrhunderte einen eigenen Geistlichen sowie eine tägliche gesungene Messe. Besonders sehenswert sind die spätgotischen Figuren des Christus Salvator und der Gottesmutter Maria, die der Werkstatt des berühmten Bildhauers Nikolaus Gerhaert von Leyden zugeschrieben werden. Erhalten sind außerdem bedeutende Glasfenster. Die ursprünglichen Wandmalereien unter dem Sterngewölbe gingen im Zweiten Weltkrieg verloren.
Hirtz-Kapelle
Die Hirtz-Kapelle liegt links des Hochchores, zwischen der Ost- und der Nordkonche. Sie wurde 1493 von Dr. Johann van Hirtz, einem Kölner Bürgermeister, Ratsherrn und Universitätsprofessor, gestiftet. Ihr Aufbau entspricht weitgehend dem der Hardenrath-Kapelle. Über dem Eingang ist noch heute das Wappen der Stifterfamilie zu sehen. Zwar wurden auch hier die mittelalterlichen Wand- und Glasmalereien im Zweiten Weltkrieg zerstört, doch beherbergt die Kapelle heute zwei bedeutende Kunstwerke aus der ehemaligen Kirche Klein St. Martin: ein Gemälde der Beweinung Christi aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sowie einen Flügelaltar mit einer Darstellung der Anna selbdritt, der um 1600 vom Hofmaler Hans von Aachen geschaffen wurde.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen