Die mittelalterlichen Chorfenster
Zu den bedeutendsten Kunstschätzen von St. Kunibert gehören die mittelalterlichen Chorfenster aus der Zeit um 1220 bis 1230. Sie zählen zu den ältesten Glasmalereien Deutschlands, die sich noch an ihrem ursprünglichen Platz befinden. Die farbenprächtigen Fenster zeigen Szenen aus dem Leben Christi sowie Darstellungen verschiedener Heiliger und beeindrucken bis heute durch ihre außergewöhnliche künstlerische Qualität. Sie markieren zugleich den Übergang von der romanischen zur gotischen Glasmalerei.
Die Krypta und der Kunibertspütz
Unter dem erhöhten Chor befindet sich die Krypta, die beim Bau der heutigen Kirche im 13. Jahrhundert entstand. Sie diente nicht nur als Unterbau des Chores, sondern birgt mit dem sogenannten Kunibertspütz auch einen der bekanntesten Brunnen Kölns. Um diesen Schacht rankt sich die alte Kölner Sage, nach der die Kinder aus dem Kunibertspütz geholt wurden. Der Brunnen ist vermutlich älter als die heutige Kirche und gehört zu den ältesten überlieferten Kultstätten des Ortes.
Die Verkündigungsgruppe
An den Chorpfeilern befindet sich eine eindrucksvolle spätgotische Verkündigungsgruppe mit den Figuren des Erzengels Gabriel und der Gottesmutter Maria. Die lebensnah gestalteten Skulpturen entstanden vermutlich im 15. Jahrhundert und gehören zu den schönsten Beispielen der spätgotischen Bildhauerkunst in Köln. Ihre ausdrucksstarke Gestaltung verleiht der biblischen Szene eine außergewöhnliche räumliche Wirkung.
Das Triptychon des Meisters der Georgslegende
Zu den bedeutendsten Gemälden der Kirche gehört ein spätgotischer Flügelaltar des sogenannten Meisters der Georgslegende, eines der wichtigsten Vertreter der Kölner Malerschule des späten 15. Jahrhunderts. Das Triptychon zeigt im geöffneten Zustand eine Kreuzigungsszene, flankiert von Heiligenfiguren. Es verbindet die fein ausgearbeitete Malerei der Kölner Schule mit einer eindrucksvollen theologischen Bildsprache.
Mittelalterliche Wandmalereien
An mehreren Stellen der Kirche haben sich Reste mittelalterlicher Wandmalereien erhalten. Besonders im Bereich des Chores und der Nebenräume sind Fragmente aus der Bauzeit und den folgenden Jahrhunderten sichtbar. Obwohl nur Teile der ursprünglichen Ausmalung erhalten geblieben sind, vermitteln sie einen Eindruck davon, wie farbenprächtig romanische Kirchen ursprünglich gestaltet waren.
Gotische Skulpturen
Neben der Verkündigungsgruppe besitzt St. Kunibert mehrere qualitätvolle gotische Skulpturen. Dazu gehören unter anderem eine Madonna, eine Pietà sowie Figuren verschiedener Heiliger. Sie entstanden zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert und spiegeln die hohe Kunstfertigkeit der Kölner Bildhauer jener Zeit wider. Viele dieser Werke wurden während des Zweiten Weltkriegs ausgelagert und konnten so erhalten werden.
Der fünfarmige Bronzeleuchter
Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken der Kirche zählt ein fünfarmiger Bronzeleuchter aus dem 15. Jahrhundert. Mit seiner fein gearbeiteten Form gehört er zu den bedeutenden liturgischen Metallarbeiten der spätmittelalterlichen Ausstattung. Er wird bis heute bei besonderen Gottesdiensten genutzt und erinnert an die lange liturgische Tradition der ehemaligen Stiftskirche.
Die Bodenplatte über dem Kunibertspütz
Im Chor befindet sich eine von dem Kölner Bildhauer Elmar Hillebrand geschaffene Bronzeplatte aus dem Jahr 1955. Sie markiert den unter dem Chor liegenden Kunibertspütz und verbindet die mittelalterliche Überlieferung mit der Gestaltung des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Damit schlägt sie eine Brücke zwischen der jahrhundertealten Geschichte des Ortes und seiner modernen Restaurierung.

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