St. Kunibert - Baubeschreibung


Der Außenbau

St. Kunibert ist die jüngste der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und zugleich der vollkommenste Vertreter der rheinischen Spätromanik. Die zwischen 1210 und 1247 errichtete Basilika verbindet die kraftvolle Formensprache der Romanik bereits mit den neuen konstruktiven Ideen der Gotik. Errichtet wurde sie überwiegend aus hellem Tuffstein, während Trachyt und Basalt für tragende und gliedernde Bauteile Verwendung fanden.

Die Kirche ist als dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querhaus, erhöhtem Ostchor und Westwerk angelegt. Ihren unverwechselbaren Charakter erhält sie durch die markante Dreiturmgruppe: Über dem Westwerk erhebt sich der mächtige quadratische Hauptturm, während den Ostchor zwei schlanke Flankentürme rahmen. Gemeinsam verleihen sie der Kirche ihre bis heute das nördliche Kölner Stadtbild prägende Silhouette.

Besonders eindrucksvoll präsentiert sich der Ostchor. Die halbrunde Apsis wird von kräftigen Lisenen, Rundbogenfriesen und einer reich gegliederten Zwerggalerie umschlossen – einem der schönsten Beispiele dieser für die rheinische Romanik typischen Bauzier. Die großen Chorfenster lassen bereits erkennen, dass der Bau nicht mehr ausschließlich der schweren romanischen Bauweise verpflichtet ist, sondern den Raum zunehmend durch Licht gestalten möchte.

Die Gesamtanlage misst rund 60 Meter in der Länge; das Querhaus erreicht eine Breite von etwa 27 Metern. Der Westturm erhebt sich auf ungefähr 50 Meter Höhe und dominiert gemeinsam mit den beiden Chortürmen die Stadtsilhouette.

Der Innenraum

Betritt man St. Kunibert, überrascht zunächst die außergewöhnliche Helligkeit des Innenraums. Während viele ältere romanische Kirchen durch ihre massiven Mauern eher dunkel erscheinen, wirkt St. Kunibert offen, lichtdurchflutet und beinahe gotisch.

Das Mittelschiff wird von kreuzförmigen Pfeilern getragen, die Rundbogenarkaden von den beiden Seitenschiffen trennen. Darüber erhebt sich ein zweigeschossiger Wandaufbau mit Blendtriforium und großen Obergadenfenstern. Die Gewölbe ruhen auf spitzbogigen Rippen und gehören bereits zu den frühesten gotisch beeinflussten Konstruktionen im Rheinland. Trotz dieser Neuerungen bleibt der Gesamteindruck ausgewogen und ruhig – ganz im Geist der romanischen Architektur.

Der Chor bildet den architektonischen Höhepunkt der Kirche. Er erhebt sich über einer Krypta und öffnet sich mit einer halbrunden Apsis, deren fünf hohe Fenster den Raum in warmes Licht tauchen. Hier befinden sich die berühmten Glasmalereien aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie gehören zu den ältesten noch an ihrem ursprünglichen Platz erhaltenen Kirchenfenstern Deutschlands und verleihen dem Chor eine außergewöhnliche Atmosphäre.

Die Ausstattung stammt aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Neben mittelalterlichen Werken sind auch bedeutende Ergänzungen aus der Nachkriegszeit zu sehen, die den historischen Bestand behutsam ergänzen, ohne den Charakter des Bauwerks zu verändern.

Die Krypta

Unter dem erhöhten Chor liegt die Krypta, die zugleich das Fundament des Chores bildet. Sie entstand mit dem Neubau des 13. Jahrhunderts und gleicht das zum Rhein hin abfallende Gelände aus. Im Gegensatz zu den weitläufigen Hallenkrypten anderer romanischer Kirchen ist sie vergleichsweise klein und schlicht gestaltet. Kreuzgratgewölbe ruhen auf kräftigen Pfeilern und schaffen einen stillen, beinahe archaischen Raum.

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