St. Georg - Geschichte


Die Basilika St. Georg gehört zu den ältesten erhaltenen Pfarr- und Stiftskirchen Kölns. Ihre Ursprünge reichen bis in das 11. Jahrhundert zurück. Erzbischof Anno II. gründete hier um 1056 ein Kanonikerstift und ließ eine neue Kirche zu Ehren des heiligen Georg errichten. Als Gründungsreliquie erhielt die Kirche eine Reliquie des heiligen Georg, die Anno aus St. Pantaleon hierher übertragen ließ. Bereits 1067 konnte der Chor geweiht werden, wenig später wurde die Kirche vollendet und entwickelte sich zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum im Süden der Stadt.

Im 12. Jahrhundert erhielt St. Georg ihre bis heute prägende Gestalt. Besonders markant ist die große Vierungskuppel, die den Innenraum beherrscht und zu den bedeutendsten Leistungen der romanischen Baukunst in Köln zählt. Im Laufe des Mittelalters wurde die Kirche mehrfach erweitert und ausgestattet. Zahlreiche Altäre, Reliquien und Kunstwerke zeugten vom Wohlstand des Stifts und von der Verehrung seines Patrons.

Mit der Säkularisation von 1802 wurde das Stift aufgehoben. Ein großer Teil des Kirchenschatzes ging verloren oder gelangte in Museen und andere Kirchen. St. Georg blieb jedoch als Pfarrkirche erhalten und entging damit dem Schicksal vieler anderer Stiftskirchen.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Basilika schwere Schäden. Dächer, Gewölbe und Teile der Ausstattung wurden zerstört, doch die tragenden Mauern und wesentliche Teile der romanischen Bausubstanz blieben erhalten. In den Jahrzehnten nach 1945 wurde die Kirche sorgfältig restauriert und schrittweise wiederhergestellt. Dabei legte man besonderen Wert darauf, den romanischen Charakter des Bauwerks zu bewahren und spätere Veränderungen nur behutsam zu ergänzen.

Heute zählt St. Georg zu den zwölf großen romanischen Kirchen Kölns und gilt als eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der hochromanischen Baukunst im Rheinland. Ihre Geschichte spiegelt mehr als neun Jahrhunderte religiösen, kulturellen und städtebaulichen Wandels wider.

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