Dem Kunibertschrein gegenüber steht der Ewaldischrein mit den Reliquien der heiligen Brüder Ewald, auch „der schwarze und der weiße Ewald“ genannt. Die beiden angelsächsischen Missionare wirkten Ende des 7. Jahrhunderts im heutigen Westfalen und erlitten dort um 693 den Märtyrertod. Ihre Gebeine gelangten später nach Köln und wurden in St. Kunibert beigesetzt, wo sie über Jahrhunderte besonders verehrt wurden.
Der ursprüngliche mittelalterliche Reliquienschrein wurde während der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts zerstört. Erhalten blieb lediglich der hölzerne Kern mit den Reliquien. Im Jahr 1879 schufen die Goldschmiede Wilhelm Mengelberg und Gabriel Hermeling den heute sichtbaren neugotischen Schrein aus vergoldetem Metall.
Wie der Kunibertschrein besitzt auch der Ewaldischrein die Form eines kleinen Hauses mit steilem Satteldach. Seine Seiten sind reich mit neugotischen Arkaden gegliedert, in denen Figuren der Weggefährten der beiden Missionare stehen. Auf der Vorderseite sind die beiden heiligen Ewalde dargestellt, während die Rückseite Papst Clemens und die heilige Ursula zeigt. Die Dachflächen sind mit Reliefs geschmückt, die Stationen aus dem Leben und dem Martyrium der beiden Brüder erzählen. Der erhaltene mittelalterliche Holzkern im Inneren verbindet den heutigen Schrein unmittelbar mit der jahrhundertealten Verehrung der beiden Heiligen.

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