Das Edith-Stein-Denkmal am Börsenplatz erinnert an die heilige Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein), die als Jüdin geboren wurde, zum katholischen Glauben konvertierte und 1933 in den Kölner Karmel eintrat. Im Karmelitinnenkloster in Köln-Lindenthal erhielt sie den Ordensnamen Teresia Benedicta a Cruce und lebte dort bis Ende 1938. Aufgrund der zunehmenden Verfolgung von Menschen jüdischer Herkunft wurde sie in den Karmel nach Echt in den Niederlanden versetzt. Nach ihrer Deportation wurde sie am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.
Die monumentale Bronzeplastik wurde 1999 von Bert Gerresheim geschaffen. Sie entstand auf Initiative von Kardinal Joachim Meisner und wurde nach der Heiligsprechung Edith Steins als dauerhaftes Zeichen des Gedenkens im Herzen Kölns errichtet. Das Denkmal zeigt Edith Stein in den verschiedenen Stationen ihres Lebens – als jüdisches Mädchen, als Philosophin auf der Suche nach der Wahrheit und als Karmelitin. Fußspuren, Schuhe und eingearbeitete KZ-Nummern erinnern zugleich an das Schicksal der unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Heute ist das Denkmal weit mehr als ein Kunstwerk. Es hat sich zu einem Ort des stillen Gedenkens und der Besinnung entwickelt. Besucher legen regelmäßig Kerzen, Blumen und persönliche Erinnerungszeichen nieder. Besonders am 9. August, dem Todestag der heiligen Edith Stein, versammeln sich hier Gläubige und Besucher zum Gebet und zum ehrenden Gedenken. Das Denkmal verbindet die Verehrung einer Kölner Heiligen mit der bleibenden Mahnung zu Menschenwürde, Versöhnung und dem Kampf gegen Antisemitismus.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen